Kleingartenverein Neuköllnische Wiesen e.V.
Kleingartenverein Neuköllnische Wiesen e.V.

Chronik

1921: Der erste Weltkrieg war vorbei und Kriegsversehrte schlossen sich zusammen um hier in Neukölln eine Wohnsiedlung zu errichten. Die Wiesen am Stadtrand von Neukölln/ Treptow lagen bis dahin brach.

Vom Heidekampgraben bis zur Dieselstraße wurde eine Weg aus Schotter errichtet, um trockenen Fußes durch die im Frühjahr immer unter Wasser stehenden Wiesen zu gelangen.

Auf dem Gelände entstanden ungefähr 100 Parzellen, jede 600-700 qm groß, erste Geräteschuppen und Behelfslauben darauf.

1923 macht die Inflation weitere Baupläne zunichte. In der Nachbarschaft gründeten sich Kleingartenkolonien und so entschloss man sich die Kolonie "Neuköllnische Wiesen" ins Leben zu rufen.

Die Gründer errichteten ein Vereinsheim an der Seite der Parzelle 40, wo Sommerfeste, Erntedank und Weihnachtsfeiern stattfanden. Es gab Sportler-, Turner-, Theater-, Sänger- und Musikantengruppen.

Sommerfest 1925



1928-1932 waren viele Menschen arbeitslos und in der Nachbarschaft wurden viele größere Wohnlauben gebaut, die teilweise auch ganzjährig genutzt wurden. Anfang der 30er Jahre legte man eine Wasserleitung an. Die Versorgung der Kolonisten besorgte Hedwig Göhring mit einem Kolonialwaren- und Lebensmittelgeschäft, in dem es am Sonntag auch Backwaren gab. Die Kolonisten hielten auch Kleinvieh: Hühner, Gänse, Tauben, Enten, Kaninchen und die Gärten waren damals reine Nutzgärten.

Sommerfest 1932

 


Man feierte größere Feste und baute dafür eine neue, größere Kantine. Zur Kühlung von Faßbier und Faßbrause holte man mit dem Fahrrad Stangeneis aus der Stangeneisfabrik in der Dieselstraße.

Ab 1933 gab es Schulungen, wie die geernteten Nahrungsmittel am besten zu verwerten seien und eine kolonieeigene Schließmaschine für Konserven hat das Gemüse haltbar gemacht.

1935 erfolgte die Stromversorgung, ungefähr zu gleichen Zeit gab es auch die ersten Telefone. Mit Kohlgries in Spezialöfen heizten und kochten die Kolonisten.


Dann kam der Krieg, der die Kolonie entvölkerte. Auf dem ehemaligen Fichtesportplatz baute man einen Bunker, in den man bei Bombenalarm flüchtete. Bomben gingen nicht spurlos an der Kolonie vorbei, die Laube der Familie Köber (Parzelle 60) brannte ab. Auf Südpol ging eine Luftmine nieder. An der Kiefholzstraße war eine deutsche Flakstellung.

Als die sowjetische Armee mit fünf Panzern die Kiefholzstrasse heraufkam, bog sie links in Emil Krämers Garten ein. Ein Panzer versank dort und zu Max Oelschner, der auch dabei war, sagte einer der Panzerfahrer: "Haus oder Baum umlegen?" weil er mit dem Panzer nicht weiterkam. Kollege Oelschner schaffte eine Säge herbei und der Baum fiel - das Häuschen konnte erhalten bleiben.

1945 war die Ernährungslage noch schlechter als zuvor, es wurde viel gestohlen, sogar ganze Obstbäume abgesägt. später war auch das Pumpwerk am Dammweg nicht mehr in Betrieb und bis Mitte Juni standen sämtliche Gärten unter Wasser, viele Bäume und Sträucher gingen ein. Weil die Stadtwohnungen zerstört waren zogen viele Laubenpieper wieder in die Kolonie.

 

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